Wie gehen Sie, wie geht es Ihnen? – Haltung in allen Lebenslagen

Haben Sie heute schon vor einem Spiegel gestanden? Bestimmt. Aber: haben Sie dabei auch auf Ihre Körperhaltung geachtet. Wenn Sie kein Model, kein Sportler und kein Schauspieler sind, wahrscheinlich nicht.

 

Daran schließt sich meine zweite Frage an: Wie geht es Ihnen heute? Sind Sie gut drauf oder ein bisschen melancholisch, könnten Sie Bäume ausreißen oder möchten Sie sich am liebsten im Haus verkriechen und die Bettdecke über den Kopf ziehen?

 

In diesem Zusammenhang habe ich eine kleine Übung für Sie. Erforschen Sie kurz Ihre heutige Grundstimmung und treten Sie dann vor einen Ganzkörperspiegel. Schauen Sie sich einfach mal von oben bis unten an, ohne etwas zu verändern. Einfach nur beobachten. Wie halten Sie Ihren Kopf: aufrecht, nach vorn geneigt, schräg? Wo sind Ihre Schultern: nach hinten gedrückt, nach vorne weisend, hochgezogen, hängend? Wie sieht es mit dem Rücken aus: aufrecht, gebeugt? Und die Hände: geöffnet, geballt?

 

Und nun der zweite Teil der Übung: welche Stimmung auch immer Sie gerade in sich ausgemacht hatten – schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, Sie wären heute wirklich traurig. Spüren Sie ein wenig in sich hinein und betrachten Sie dann wieder Ihr Spiegelbild. Hat sich etwas an Ihrer Haltung verändert? Und wenn ja, was?

 

Und der dritte Teil der Übung: Drücken Sie den Rücken ein wenig durch und ziehen Sie die Schultern nach hinten. Versuchen Sie, die Wirbelsäule nach oben zu verlängern mit Ihrem Kopf ganz obenauf, so weit oben, dass es Ihnen scheint, als würden Sie einen neuen Blickwinkel einnehmen. Behalten Sie diese Haltung bei und schließen Sie wieder die Augen. Fühlen Sie sich in diese Haltung ein und schauen Sie, was das mit Ihrer Stimmung macht. Kann es sein, dass es Ihnen wieder besser geht? Vielleicht sogar besser als zu Anfang dieser Übung, noch bevor also diese merkwürdige Aufforderung kam, dass Sie sich mal so richtig schlecht fühlen sollen?

 

Nun kann es gut sein, dass Sie sich tatsächlich durch die Veränderung der Haltung gut fühlen. Was heißt das aber?

 

Manchmal wollen unsere Gedanken nicht, wie wir wollen. Wir mühen uns ab, sie auf etwas Positives auszurichten, doch die kleinen Schlingel verbeißen sich immer wieder in Negativitäten. Und wenn Sie sich einmal in einer solchen Situation befinden, dann versuchen Sie einfach mal etwas anderes. Ändern Sie Ihre Haltung und zwar Ihre KÖRPER-Haltung.

 

Jetzt wissen Sie, dass man geht, wie es einem geht. Und dass Sie die Macht haben, alleine schon durch eine veränderte Körperhaltung Ihr (Wohl-)Ergehen zumindest ein wenig positiv zu beeinflussen.

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